Was ist ein Monster?

Der FESTA-Verlag ist ja nun nicht dafür bekannt, Bücher für Zartbesaitete herauszugeben. Und auch Monstrilio von Gerardo Sámano Córdova ist nichts für schwache Nerven. Dennoch würde man dem Buch unrecht tun, es als einfaches Horror-Buch zu kategorisieren.

So setzt sich der Text zwar mit schweren Themen, wie dem Verlust eines Kindes auseinander, mit Trauer und Endlichkeit. Vor allem aber erforscht Córdovoa, wie es möglich ist, nach einem so schweren Ereignis, weiterzuleben. Der Text ist eine bewußte Auseinandersetzung mit schweren Emotionen, untersucht moderne Familienstrukturen und vor allem was es überhaupt bedeutet, Mensch zu sein. Bei aller Finsterheit zeigt das Buch einen überbordenden Hunger nach Leben. Und ist in Teilen sogar witzig.

Das Hardcover ist noch in limitierter Auflage mit benSwerkscher Cover-Gestaltung und Innenillustrationen bei FESTA zu erhalten. Bei den Seitenzahlen findet man übrigens Augen, die sich öffnen!

Aus dem Klappentext: Magos ist tief erschüttert vom Tod ihres elfjährigen Sohnes Santiago. Getrieben von der grotesken Logik einer alten Legende entnimmt sie seiner Leiche ein Stück Lunge und nährt es, bis das Gewebe tatsächlich zu leben beginnt.
 Es wächst. Es atmet. Und entwickelt ein Bewusstsein …
Anfangs versteckt Magos den fleischfressenden Monstrilio in ihrem Elternhaus in Mexiko, doch bald beginnt die Kreatur äußerlich Santiago zu ähneln. Monstrilios Instinkte jedoch bleiben die eines Raubtiers – und sein Hunger kennt keine Grenzen.

Altes, Neues und die Zukunft

Ende vergangenen Jahres erschien im Memoranda-Verlag die großartige Anthologie Andymonaden, deren Texte sich auf den beliebtesten Science-Fiction-Roman von Angela und Karl-Heinz Steinmüller Andymon aus der DDR beziehen. Das Projekt beschäftigt sich also in der Gegenwart mit der Vergangenheit und denkt davon ausgehend in mögliche Zukünfte. Ein retro anmutender Stil, der gleichzeitig Spuren neuester, fast futuristischer (KI-)Technik aufweist, erschien für die Covergestaltung (die drei Kosmonaut*innen) passend. Zwar empfiehlt es sich, allein schon aus ökologischen Gründen, den Einsatz von KI-Tools bei der Gestaltung möglichst gering zu halten. Wenn aber doch KI, dann aus inhaltlichen Gründen, als Hilfsmittel und nicht alleiniges Gestaltungstool, mit urheberechts-konformer Technik und viel eigener kreativer Arbeit.

Nun erscheint eine zweite Auflage der Anthologie mit neuem Cover und alter Technik, dazu Herausgeber Michael Wehren: „Wenn sich die Erfahrung der Arbeit an einem Buch in die Erfahrung mit den Ergebnissen dieser Arbeit verwandelt, öffnen sich Räume für neue Fragen, Herausforderungen, notwendige Improvisationen, Wege und nicht zuletzt das Privileg einer zweiten Auflage. Diese (…) beinhaltet daher (…) ein neues phantastisches von benSwerk gestaltetes Cover. Es zitiert die Umschlagsgestaltung der ersten Auflage, verzichtet gleichzeitig allerdings mit Rücksicht auf einige Beitragende auf die kreative Mitnutzung KI-generierter Elemente. So ergeben sich auch zwischen den beiden Covern neue Konstellationen von Zukünften, Vergangenheiten und Gegenwarten: »Es ist alles nur ein Anfang.«

Inzwischen wird es immer schwieriger, die Energie-intensive Technik zu vermeiden, da die Grafik-Programme fast schon täglich mit derartigen Neuerungen aufwarten. Auch Anfragen für Neugestaltungen verlangen immer öfters explizit nach einer KI-geprägten Ästhetik. Die Sehgewohnheiten scheinen sich bereits geändert zu haben, die Buchläden sind voll mit dieser Art Coverdesign.

Die neuen Technologien verändern unsere Berufe und unsere Welt. Darin einen Platz zu finden, ist gerade für gestalterische Berufe derzeit ein großes Abenteuer.

Dokus zum Thema:
KI – Konkurrent oder Kollege? (ZDF)
Frisst KI unsere Jobs? (ZDF)
KI – der Tod des Internets (Arte)
Nano-Talk: Neues Arbeiten – zwischen KI, Care und Kapital (wdr)

Greenpeace-Manifest unterzeichnen:
Für eine bessere digitale Zukunft

Ach und: Jippiiii! Ich habe in der Sonderkategorie des Kurd-Laßwitz-Preises für langjährige Leistungen den 4. Platz belegt. Und zwar für die kontinuierliche Gestaltung verschiedener SF-Buchreihen bei Carcosa, Memoranda und Hirnkost. Danke denen, die für mich gestimmt habt. Ich freu mich sehr!

Eine Tür öffnet sich

Bücher sind Türen in neue gedankliche Welten. Deswegen freue ich mich, daß ich das Buch Allein in Raum und Zeit? für Fritz Heidorn gestalten durfte. Es ist mein erstes Buch, das bei Books on Demand zu bekommen ist. Und es ist überaschend gut geworden. Eine Tür tut sich also auf.

Hier aus dem verlockenden Klappentext: Hat die Menschheit eine Zukunft im Universum? Oder haben die Menschen auf der Erde genug zu tun? Macht es Sinn, den Heimatplaneten zu verlassen und nach außerirdischen Intelligenzen zu suchen? Oder sind wir immer nur auf der Suche nach uns selbst? Wie könnte die Zukunft der Menschheit aussehen? Welche Narrative über die Zukunft des Menschen im unendlichen Universum gibt es in der Science Fiction des 21. Jahrhunderts? Fritz Heidorn gibt einen Überblick über kosmologische Narrative der Science Fiction.

Mehr auf: https://zukunftskulturen.de/ (Die Seite lohnt sich auch besonders für die, die die Haltung „Wir brauchen mehr Utopien, damit es nicht so bleibt, wie es ist.“ für sich entdeckt haben)

„Allein in Raum und Zeit“ erscheint im Selbstverlag über BoD und ist in den Formaten Hardcover und E-Book über alle gängige Plattformen bestellbar
ISBN 978-3-6957-3123-7 (Hardcover)
ISBN 978-3-6957-7877-5 (E-Book)

Der Wahnsinn

Juhuu! Ich bin für den Kurd-Laßwitz-Preis nominiert. Und zwar für die kontinuierliche Gestaltung verschiedener SF-Buchreihen bei Hirnkost, Memoranda und Carcosa. Insgesamt ist meine Arbeit nun schon das vierte mal nominiert (zwei mal KLP, zwei mal European Science Fiction Society), ich freue mich außerordentlich. Und auch, wenn es letztes Jahr mit dem großen Preis nicht geklappt hat, so haben doch stolze 179 Leutchen für mich gestimmt. Und allein schon die Nominierung.. Wahnsinn!

Inzwischen ist in bensWerk so einiges zusammengekommen. In letzter Zeit stolpere ich immer öfters in Buchläden über Dinge, die aus meiner Feder stammen. Hier eine kleine Zeitreise durch die Schatztruhen mit vergangenen und (hoffentlich) kommenden Buch-Projekten. Bitte feste Daumen drücken! 😃

(Da es Verlage ja gerade nicht leicht haben, den Carcosa-Verlag könnte man hier unterstützen.)

Sinnreich bebilderte Buchstabenfolge

Unser irre großes und sinnreiches Plakat, das PhAntaBet, ist fertig! Damit man sehen kann, wie groß und sinnreich es ist, zum Größenvergleich im Bild ein B. Und ein A. (Bzw. ein Swerk und ein Christian von Aster) Und die gesamte Wunderlandmiliz. Ist es nicht groß und sinnreich? 😀

Wer eins möchte, schreibt mich bitte an. benswerk[at]gmx.de

Und wers noch nicht weiß: in Wahrheit ist das PhAntaBet eine geheime Geheimaktion der noch geheimeren Wunderlandmiliz. Darf ich vorstellen?:

Die wunderlandmiliz soll eine plattform für wertschätzung der phantastik von papier bis zelluloid in all ihren ausprägungen, vor allem auch jenseits des mainstream sein. zur inspiration und zur empfehlungen von büchern, filmen, autoren und regisseuren dienen, wie sie zu unrecht in den werbeschlachten der übermächtigen stoffe in vergessenheit gerieten.

eine gruppe, wo die flamme der phantasie mit etwas anderem also bloß geldscheinen gefüttert wird, wo herzblut und leidenschaft die tore an orte aufstoßen, wo möglich wird was anderswo unvorstellbar ist.

denn die phantastik ist, ob auch von der hochliteratur mitunter nicht ernstgenommen, betrachtet man ihre mythischen wurzeln, die urform der literatur, in der es weit mehr zu entdecken gibt, als das was sich gut verkaufen lässt.

zugleich soll diese gruppe neues aufzeigen, kreative geister zusammenführen, damit verwegene expeditionen die unerforschten gefilde des wunderlandes erschließen und von den dort wartenden abenteuern berichten.

((…))

denn das wunderland ist unser.

auch ohne dass jemand uns eintrittskarten dafür verkauft.

Das ende eines großen kleinen Verlages

Hirnkost hats erwischt. Der Verlag, mein Verlag, geht in Insolvenz. Ich bin sehr traurig. Nicht nur war es ein großes Vergnügen, für Hirnkost zu gestalten, es war auch sinnstiftend. Die Buchprojekte von Klaus Farin haben Lösungen gesucht und gefunden in Zeiten, in denen wir sie dringend benötigen. Mit dem Verlag stirbt also auch ein wenig konstruktiver Optimismus. Hier ein paar der Bücher, für die ich jüngst Cover gestaltet habe. Mit etwas Glück wird das ein oder andere noch erscheinen.


Aus der mail von Klaus Farin:
In den neunziger Jahren gab es noch über 6.000 unabhängige Verlage in Deutschland – heute sind es nur noch knapp 3.000. Doch zwei Prozent dieser Verlage – Konzerne wie Random House/Bertelsmann und Bastei Lübbe oder Holtzbrinck bei den Fachverlagen – erwirtschaften zwei Drittel des Umsatzes. Romance, TikTok-gefeaturete Young/New Adults und biographische Promi-Bücher sind die Krisengewinnler, unabhängig davon, ob sie von KI oder menschlichen Ghostwritern verfasst wurden. Monat für Monat geben Independentverlage auf, einige wenige „retten“ sich als Imprints in die Arme großer Konzerne. Wenn Ihr ins Impressum der Bücher schaut, werdet Ihr feststellen, dass viele Eurer unabhängigen Lieblingsverlage inzwischen in das Eigentum von Konzernen übergegangen sind. (…)

Ähnlich schlecht geht es dem Buchhandel. Auch hier hat sich die Zahl der unabhängigen, oft familiengeführten Unternehmen halbiert. Heute gibt es nur noch rund 2.600 kleine, unabhängige Buchhandlungen, doch 80 Prozent des Umsatzes wird in den zehn größten Ketten erzielt. Mindestens 20 Buchhandlungen sind allein in 2025 eingegangen, einige wurden von Thalia geschluckt. Die 1713 gegründete A. Stein’sche Mediengruppe, zu der neben mehreren Buchhandlungen auch der Stuttgarter A. Müller Verlag gehört, musste im Oktober in die Insolvenz und wird vermutlich ebenfalls von Thalia übernommen. Die größte evangelische Alpha Buchhandelskette mit 15 Buchhandlungen, 1908 gegründet, musste im Frühjahr in die Insolvenz; einige ihrer Filialen wurden nun ebenfalls von anderen übernommen oder von den Mitarbeiter:innen gerettet. (…)

Wer sich noch mit Hirnkost-Titeln eindecken möchte, sollte dies kurzfristig tun.

Wer gerne tiefer in die aktuelle Verlagslage einsteigen möchten, hier ein Artikel darüber im Spontis-Magazin.

In die Welt der Möglichkeiten

Im Herbst ist nach neun Monaten mein neues Portal fertig geworden. Das Tor wird bewacht von einer Geweih-Ratte. Jane Goodall, die im Oktober mit stolzen 91 Jahren durch ein Portal ging, um ihr letztes großes Abenteuer zu erleben, hat noch in diesem Jahr Ratten als „wonderful little people“ beschrieben. So lange die kleinen Leute noch in unserer Welt weilen, kann also nix schief gehen.

Drei weitere Portale, die in meinem Zeichenprojekt „Weitere Welten“ entstanden sind, gibt es hier zu sehen. Wer sich für ein Portal-(Notiz-)buch interessiert, schreibe mich bitte an. (benswerk[at]web.de)

6 Jahre kuriose Kunst

Hammer! benSwerks Wunderkammer und Mondscheinkabinett werden 6! 6 Jahre, 66 Wesen und noch mehr geflechter Kram zur Verbesserung der Laune. Zur Feier des Tages gibt es heute, am 12.12., ausnahmsweise für 12 € sechs Mondschein-Kabinett-Kalender 2026 zu bekommen. (Ab morgen dann wieder für lahme 11€ incl. Versand) Verlockend: die Kalender haben lustige Feiertage drinne, wie Gib-vor-ein-Zeitreisender-zu-sein-Tag. Melde sich, wer will! 😀 (benswerk[at]web.de)

Allen, die mich all die Jahre unterstützt haben, sage ich großen Dank! Ihr seid unfassbar! Danke. 😃

Ein Fass Butterkeks

Endlich! Der erste Troll-Whisky ist da. Lange war Grummel auf der Suche nach dem sagenumwobenen Trank und nun hat er ihn gefunden. In den Tiefen eines abgelegenen Bergwerks war das feine Gesöffchen eingeschlossen. Der Berg hat dem Troll erlaubt, das aromenreiche Wunder zu ernten und abzuflaschen und Euer Swerk hat ihn dabei fürs Etikett portraitiert. Jetzt kann man das (stark limitierte) Gesamtkunstwerk bei NInjektion erstehen. Troll!