Das ende eines großen kleinen Verlages

Hirnkost hats erwischt. Der Verlag, mein Verlag, geht in Insolvenz. Ich bin sehr traurig. Nicht nur war es ein großes Vergnügen, für Hirnkost zu gestalten, es war auch sinnstiftend. Die Buchprojekte von Klaus Farin haben Lösungen gesucht und gefunden in Zeiten, in denen wir sie dringend benötigen. Mit dem Verlag stirbt also auch ein wenig konstruktiver Optimismus. Hier ein paar der Bücher, für die ich jüngst Cover gestaltet habe. Mit etwas Glück wird das ein oder andere noch erscheinen.


Aus der mail von Klaus Farin:
In den neunziger Jahren gab es noch über 6.000 unabhängige Verlage in Deutschland – heute sind es nur noch knapp 3.000. Doch zwei Prozent dieser Verlage – Konzerne wie Random House/Bertelsmann und Bastei Lübbe oder Holtzbrinck bei den Fachverlagen – erwirtschaften zwei Drittel des Umsatzes. Romance, TikTok-gefeaturete Young/New Adults und biographische Promi-Bücher sind die Krisengewinnler, unabhängig davon, ob sie von KI oder menschlichen Ghostwritern verfasst wurden. Monat für Monat geben Independentverlage auf, einige wenige „retten“ sich als Imprints in die Arme großer Konzerne. Wenn Ihr ins Impressum der Bücher schaut, werdet Ihr feststellen, dass viele Eurer unabhängigen Lieblingsverlage inzwischen in das Eigentum von Konzernen übergegangen sind. (…)

Ähnlich schlecht geht es dem Buchhandel. Auch hier hat sich die Zahl der unabhängigen, oft familiengeführten Unternehmen halbiert. Heute gibt es nur noch rund 2.600 kleine, unabhängige Buchhandlungen, doch 80 Prozent des Umsatzes wird in den zehn größten Ketten erzielt. Mindestens 20 Buchhandlungen sind allein in 2025 eingegangen, einige wurden von Thalia geschluckt. Die 1713 gegründete A. Stein’sche Mediengruppe, zu der neben mehreren Buchhandlungen auch der Stuttgarter A. Müller Verlag gehört, musste im Oktober in die Insolvenz und wird vermutlich ebenfalls von Thalia übernommen. Die größte evangelische Alpha Buchhandelskette mit 15 Buchhandlungen, 1908 gegründet, musste im Frühjahr in die Insolvenz; einige ihrer Filialen wurden nun ebenfalls von anderen übernommen oder von den Mitarbeiter:innen gerettet. (…)

Wer sich noch mit Hirnkost-Titeln eindecken möchte, sollte dies kurzfristig tun.

Wer gerne tiefer in die aktuelle Verlagslage einsteigen möchten, hier ein Artikel darüber im Spontis-Magazin.

In die Welt der Möglichkeiten

Im Herbst ist nach neun Monaten mein neues Portal fertig geworden. Das Tor wird bewacht von einer Geweih-Ratte. Jane Goodall, die im Oktober mit stolzen 91 Jahren durch ein Portal ging, um ihr letztes großes Abenteuer zu erleben, hat noch in diesem Jahr Ratten als „wonderful little people“ beschrieben. So lange die kleinen Leute noch in unserer Welt weilen, kann also nix schief gehen.

Drei weitere Portale, die in meinem Zeichenprojekt „Weitere Welten“ entstanden sind, gibt es hier zu sehen. Wer sich für ein Portal-(Notiz-)buch interessiert, schreibe mich bitte an. (benswerk[at]web.de)

6 Jahre kuriose Kunst

Hammer! benSwerks Wunderkammer und Mondscheinkabinett werden 6! 6 Jahre, 66 Wesen und noch mehr geflechter Kram zur Verbesserung der Laune. Zur Feier des Tages gibt es heute, am 12.12., ausnahmsweise für 12 € sechs Mondschein-Kabinett-Kalender 2026 zu bekommen. (Ab morgen dann wieder für lahme 11€ incl. Versand) Verlockend: die Kalender haben lustige Feiertage drinne, wie Gib-vor-ein-Zeitreisender-zu-sein-Tag. Melde sich, wer will! 😀 (benswerk[at]web.de)

Allen, die mich all die Jahre unterstützt haben, sage ich großen Dank! Ihr seid unfassbar! Danke. 😃

Ein Fass Butterkeks

Endlich! Der erste Troll-Whisky ist da. Lange war Grummel auf der Suche nach dem sagenumwobenen Trank und nun hat er ihn gefunden. In den Tiefen eines abgelegenen Bergwerks war das feine Gesöffchen eingeschlossen. Der Berg hat dem Troll erlaubt, das aromenreiche Wunder zu ernten und abzuflaschen und Euer Swerk hat ihn dabei fürs Etikett portraitiert. Jetzt kann man das (stark limitierte) Gesamtkunstwerk bei NInjektion erstehen. Troll!

Anti-Dystopien, Utopien und seltsame Erzählungen

Der Herbst weht neue Bücher übers Land. Hier ein paar, die jüngst mit benSwerkscher Gestaltung erschienen sind: Ich freue mich über die 40ste Ausgabe der mit dem Kurd-Laßwitz-Preis ausgezeichneten Reihe Das SFJahr. Dieses mal mit dem Themenschwerpunkt „Utopie und ScienceFiction“. Ein Zeitreisender aus der Zukunft namens Felix beschreibt in Übermorgen von Theresa Hannig fröhlich anti-dystopische Zukunftsvisionen. Die wunderbare Anthologie Andymonaden bezieht sich auf einen zu DDR-Zeiten erschienenen, optimistischen Text von Angela und Karlheinz Steinmüller. Basierend darauf erforschen neue Texte mögliche utopische Zukünfte. Und auch Peter Schattschneiders Die Exodus-Verschwörung, RiTokkos Automatenzeitalter und das Lexikon der deutschsprachigen ScienceFiction sind Gehirnöffner, deren Gestaltung mir ein innerer Kürbiskuchen war.

Über die Kunst der Bildsuche

Für viele Cover illustriere ich selbst oder erstelle Collagen. Und auch wenn inzwischen ein wenig KI Einzug in meine Gestaltung gefunden hat, besteht doch noch meistens die Kreativität in guter alter Bildsuche. Dabei ist es wichtig, sich immer wieder zu überraschen und in neue Richtungen zu denken um interessante Symbole für Inhalte zu finden.

Die Suche der Bilder für die im kommenden Jahr erscheinende Kim-Stanley-Robinson-Trilogie im Carcosa-Verlag hat richtig lange gedauert. Nach und nach kristallisierte sich eine Idee, und nach und nach zeigten sich immer passendere (ganz ohne KI erstellte) Bilder in der Stock-Datenbank. Der Autor findets gut: „I like these covers very much!“ Schreibt er. Freut mich sehr. Die Worte von Verleger Hannes Riffel auf dem (sehr lesenswerten) Blog des Carcosa-Verlags auch.

Uhrzeittiere

In benSwerks Wunderkammer der Merkwürdigkeiten und benSwerks Mondscheinkabinett gibt es für meine lieben Unsterstützerlis ein mal im Monat ein kleines Dankedingsi. Neuerdings sind das Bildschirmhintergründe für gescheite Telefone, Memento Moris in Gestalt von wunderlichen Uhrzeittieren, die Zeit zaubern. Hier zu sehen: Sifaka Bertil von-der-Decken, Trude Zipfelkrötenfrosch und Boris Borstenmaul. Wer liebäugelt: den Swerk zu unterstützen ist schon ab 3 Mücken monatlich möglich… Wollts nur erwähnt haben. 🙂

Juhu, Es ist ein Albtraum!

Unser (Christian von Aster und Euer Swerk) neues Kinderbuch ist erschienen! Es handelt von Albträumen, Monstern und anderen Mißverständnissen. Und zeigt ganz nebenbei, wie man die wildesten Geschichten in Brausebonbons verzaubert. Ein Buch, das fürs Leben lehrt.

Inhalt: Leon und Lena sind Geschwister. Sie schlafen in einem Stockbett und haben ein Problem – oder besser zwei: Während Lena Albträume fürchtet, hat ihr Bruder Angst vor den Monstern unter seinem Bett. Jeder weiß, wie schlimm das ist. Vor allem, wenn man vier oder sechs ist. Und es wird sogar noch ein wenig schlimmer, wenn dann noch Schweblinge, Klotzbolde und eine halb ausgewachsene Schwarzfusselschauderplauze ins Spiel kommen … Eine wilde Schlafanzuggeschichte zwischen Monsterwarnanlage, Mahrenschnappkasten und Albtraumwaschanlage. Über Monster und Albträume und Zusammenhalt. Und natürlich richtig gute Bonbons.

Zu bestellen im schönen Wiesengrund-Verlag.

Kein Wunder!

Habe mal paar Projekte auf den Schirm geholt, an denen ich gerade schrabble.. wegen Überblick und so. Kein Wunder, daß da manchmal so ein irrer Blick den Swerk umgibt. Einige davon sind fertig, aber wollen irgendwie in Umlauf gebracht werden… gedruckt… ein Verlag gefunden… dings und so. Andere wirken fertig, müssen aber noch bearbeitet werden… Bücher gesetzt, Texte geschrieben, selbst noch fertig gestellt werden. Und das sind längst nicht alle! Das Tolle: ich freu mich sehr über die bunte Sammlung an wunderbarem Zeugs. „Atmen nicht vergessen“ kann allerdings manchmal eine kleine Herausforderung darstellen. Ich wünscht, ich wär viele. Verhext. 🤪